Seelsorge

Wie kann man Seelsorge lehren und lernen? Da die Person der Seelsorgerin / des Seelsorgers das wichtigste Instrument für die Seelsorgearbeit ist, gilt es vor allem, die Kompetenzen der einzelnen Personen zu schulen: ihre Fähigkeit zur Wahrnehmung des Gegenübers, der Seelsorgesituation und des Kontextes, in dem die Begegnung stattfindet. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, im Gespräch das zur Sprache oder ans Licht zu bringen, was die andere Person existentiell bewegt. Wie dies geschehen kann, muss je nach Situation und Rolle differenziert wahrgenommen und überlegt werden. Ebenfalls ist es wichtig zu reflektieren, wie mit Symbolen des Glaubens, mit Biblischen Geschichten, mit Gebeten und Fragen nach der „Gerechtigkeit Gottes“ in besonderen Lebens- und Krisensituationen umgegangen werden kann.

Kernstück dieser Seelsorgeausbildung für die Arbeit in der Gemeinde ist ein Zweiwochen-Block, in dem die Vikare und Vikarinnen Gespräche in einer Institution z.B. im Krankenhaus, im Altenheim oder in einem Übergangswohnheim für psychisch Kranke führen. Die Gedächtnisprotokolle dieser Gespräche (Verbatim) werden in Kleingruppen unter Anleitung reflektiert. Diese Arbeit im Sinne der KSA (klinische, d.h. Seelsorge-Ausbildung anhand eigener Erfahrungen) wird in den anderen Wochen der Seelsorgeausbildung ergänzt durch Elemente weiterer Seelsorgeeinrichtungen (systemisch, tiefenpsychologisch, personzentriert) und durch Erfahrungen und Informationen zu besonderen Seelsorgefeldern wie z.B. der Notfallseelsorge oder der Seelsorge an Demenzkranken. In den Kasualwochen kommt zusätzlich die Seelsorge im Umfeld von Beerdigung, Taufe und Trauung in den Blick.