Lehrpfarrerinnen und Lehrpfarrer

Das Ausbildungsteam des Theologischen Seminars Herborn setzt voraus, dass jede Lehrpfarrerin und jeder Lehrpfarrer selbstverständlich über weitreichende Erfahrungen und Kompetenzen verfügt. Es versteht die Qualifikation als begleitende Unterstützung im Lehrpfarramt, in der vor allem die Ausbildungskompetenz (Rolle als Ausbilder und Ausbilderin; Haltung gegenüber der Aufgabe) gestärkt wird. Außerdem wird die Effektivität der gesamten Ausbildung durch bessere Information, Kommunikation und Kooperation aller an der Ausbildung Beteiligten erhöht.

Dieses Programm ist als notwendige Voraussetzung, Begleitung und Gratifikation für das Lehrpfarramt anzusehen und wird zertifiziert. Für die Teilnahme an dieser Weiterbildung erhalten die Lehrpfarrerinnen und Lehrpfarrer die erforderliche Dienstbefreiung.

Modul 1: Kompaktseminar für Lehrpfarrerinnen und Lehrpfarrer
Dieses Modul besteht aus einer interdisziplinären Fortbildung durch die Professorin und die Professoren des Theologischen Seminars in den Fächern der 2. Theologischen Ausbildung: Homiletik / Liturgik, Seelsorge, Religionspädagogik und Kirchentheorie / Kybernetik. Die Professor/innen stellen exemplarisch Inhalte und Methoden ihrer Arbeit mit den Vikaren und Vikarinnen im Seminar vor.
Es wird parallel zur Einführungswoche der neuen Vikarinnen und Vikare angeboten und umfasst vier Tage.

Ziele:

  • Exemplarische Aneignung von Lerninhalten der 2. Theologischen Prüfung
  • Kennenlernen der Arbeitsmethoden im Theologischen Seminar
  • Kooperationsmöglichkeiten entwickeln
  • Handlungsstrategien entwickeln im Hinblick auf die Aufgabe als Lehrpfarrer und Lehrpfarrerin
  • Reflexion des eigenen pfarramtlichen Handelns und Beschreibung des eigenen Profils.

Modul 2: begleitende Supervision
Einmal monatlich während der Dauer der Tätigkeit als Lehrpfarrer oder Lehrpfarrerin ist die Teilnahme an einer Supervisionsgruppe vorgesehen (nach den Richtlinien der DGfP und DGSv).

Modul 3: Zwischenauswertung
Ungefähr nach der Hälfte des Vikariats findet in der jeweiligen Praktikumsgemeinde eine Zwischenauswertung mit Vikar/in und Lehrpfarrer/in statt. Wenn die Beteiligten dies wünschen, nimmt eine/r der Seminarprofessor/innen daran teil.
Sie dient:

  • Der Bilanzierung der bisherigen Ausbildung
  • Der Weichenstellung für den 2. Teil der Ausbildung
  • Dem eventuellen Aufarbeiten von Konflikten.

Modul 4: Bilanzierung
Modul 4 ist jeweils in der Lehrpfarrer/innen-Vertretung zu belegen.
Das Theologische Seminar veranstaltet jeweils am Ende einer Vikariatsausbildung eine dreitägige Fortbildung mit Werkstatt-Charakter.
Sie dient einerseits der Auswertung und Reflexion und andererseits der Rückkopplung der Praxis im Lehrpfarramt an die Ausbildungsinhalte.
In einem gemeinsamen Prozess sollen die Erfahrungen und Erkenntnisse der Lehrpfarrer und Lehrpfarrerinnen für die Weiterentwicklung der Methoden und Inhalte der Ausbildung fruchtbar gemacht werden.
Selbstverständlich bleibt die Möglichkeit erhalten, während der Lehrpfarrer/innen-Vertretung ein Fortbildungsangebot eigener Wahl aus „Wissenswerte“ zusätzlich in Anspruch zu nehmen.
Somit beträgt der zeitliche Gesamtaufwand beim ersten Durchlauf sieben Tage im Laufe zweier Jahre: im ersten Jahr sind vier Tage aufzuwenden (Modul 1), im zweiten Jahr drei Tage (Modul 4), das in die Zeit der Lehrpfarrer/innen-Vertretung fällt.

Die inhaltliche Verantwortung für das Curriculum liegt beim Theologischen Seminar. Die Kirchenverwaltung zertifiziert die Teilnahme.

Stand Januar 2014